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"In unserer verschmutzten Umwelt
wird die Luft langsam sichtbar."
- Norman Mailer
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"Willkommen im Chemiezeitalter!"

Viele Menschen sind sich gar nicht bewußt, wo überall Schadstoffe versteckt sind. Wenn man sich heute so umschaut, stellt sich die Frage, wo sind keine Schadstoffe enthalten? Bisphenol A, Phthalate, PCB, Flammschutzmittel, Formaldehyd, Quecksilber und zigtausende Chemikalien werden tagtäglich in irgendeiner Weise von uns aufgenommen. Und dabei ist die Dosis irrelevant - die Kombinationen aus all den Giftstoffen im erlaubten Bereich reichen aus, um Gesundheitsschäden hervorzurufen.

Ein kleiner Auszug von schadstoffhaltigen Produkten, die bei MCS Probleme darstellen:

1. Duftstoffe (Parfüms, Rasierwasser, Deos, Raumsprays etc.)
Unsere Gesellschaft will gut riechen - doch zu welchem Preis? Heutige Duftstoffe enthalten Phthalate und künstliche Moschusduftstoffe, die krebserregend und hormonverändert wirken. Deos enthalten Aluminium und sind wahre Allergieauslöser und ebenfalls krebserregend. Möchte man sich das wirklich auf die Haut auftragen, nur weil es angeblich gut riecht? Folgeschäden durch häufige Benutzung von Duftstoffen sind nicht ausgeschlossen. Der Sinn vom Einsatz von Duftstoffen ist ebenfalls mehr als fragwürdig. Die Produktivität des Menschen nimmt bei einer sauerstoffreichen, neutralen und ohne Duftstoffe versetzten Luft deutlich zu. Düfte werden zur Manipulation eingesetzt, um das Kaufverhalten zu beeinflussen oder in Arztpraxen zu beruhigen. Dass Düfte dabei das Nervensystem angreifen und gesundheitsgefährdend sind, wird verschwiegen.
Duftstoffe wie Parfüms sind für MCS-Erkrankte eine riesige Belastung. Schwere Symptome nach wenigen Augenblicken sind die Folge. Dabei hilft ein Mundschutz auch nur wenig, da die feinen Chemiepartikel über die Augen und die Haut ins Nervensystem gelangen. Wie gefährlich Duftstoffe sein können,  hat man in vielen Teilen der USA und Kanada erkannt und dementsprechend duftfreie Zonen eingerichtet. Werden Duftstoffe auch von scheinbar gesunden Menschen als unangenehm empfunden, ist dies schon ein Anzeichen für eine chemische Unverträglichkeit.
Die Frage stellt sich, wie man eigentlich dazu kommt, die duftstoffangereicherte Luft anderer Menschen atmen zu müssen! Passivrauchen ist schädlich, was ist mit dem Einatmen von Passivduftstoffen? Duftstoffe sind gesundheitsgefährdend, wer würde schon sein Parfüm ohne Bedenken täglich oral zu sich nehmen?

2. Zigaretten
Zigaretten enthalten viele Inhaltsstoffe und wirken wie Nervengifte. Die Liste der Inhaltsstoffe ist lang: Kohlenstoffdioxid, Kohlenmonoxid, Stickstoffoxide, Butadien, Benzol, Formaldehyd, Acetaldehyd, Methanol, Blausäure, Nikotin, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, aromatische Amine, N-Nitrosamine. Die Gefahr durch Nikotinkosum ist zwar offensichtlich, aber kaum jemand wirklich bewußt. Denn auch das Rauchen unter freien Himmel kann eine Belastung für Nichtraucher darstellen, da sich der Nikotinrauch nicht so einfach in Luft auflöst und recht lange in Bodennähe verweilt. Für MCS-Betroffene reicht schon ein Atemzug in einer solchen Nikotinwolke aus, um schwere Symptome auszulösen.

3. Holzschutz-, Lösungsmittel, Lacke, Biozide (Inneneinrichtungen)
Holzschutzmittel und Lacke können über Wochen, Monate sogar Jahre ausdünsten und auf längere Sicht schwer krank machen. Gerade renovierte Wohnungen und Häuser sind brandgefährliche Schadstoffbunker. Kaum ein Holzstück ist heute unbehandelt. Auch wenn PCP schon länger verboten ist, kann es nach wie vor in die Raumluft austreten. In Möbeln verstecken sich krebserregende Substanzen wie Formaldehyd, in Sitzgarnituren PVC und Weichmacher, in Teppichböden Flammschutzmittel oder PCP. Bei Wandfarben und Lacken werden fast ausschließlich nur mehr wasserlösliche Produkte angeboten, aber auch diese enthalten oft flüchtige organische Lösungsmittel. Achtung vor Schädlingsbekämpfungsmitteln in Innenräumen: Biozide können wochenlang in die Raumluft gelangen und schwere Gesundheitsschäden hervorrufen. Todesfalle Eigenheim wortwörtlich!

4. Schimmel
Hauptursache für Schimmelpilze ist Feuchtigkeit in Wohnungen. Ein äußerst gefährlicher Krankmacher in Wohnungen, der zu Kopfschmerzen, Atemnot und Allergien führt. Im schlimmsten Fall kann es auch bis zu chemischen Unverträglichkeiten kommen.

5. Zahnmaterialien
Unverträglichkeiten auf Zahnmaterialien sind eine gefährliche Zeitbombe im Mund. Zahnmaterialen wie Amalgam, wurzelbehandelte Zähne, diverse Zahnfüllungen wie Keramik oder Titan, die mit gesundheitsgefährdenden Composite-Klebern eingesetzt werden, Kunststofffüllungen mit Bisphenol A und Prothesen wirken direkt in unserem Körper und geben permanent Giftstoffe ab. Quecksilberverbindungen wie von Amalgam können ungehindert die Bluthirnschranke überwinden und den Weg für andere Schadstoffe ins Nervensystem ebnen. Deshalb spielt eine Vergiftung durch die Zähne bei MCS eine sehr große Rolle. Die Ausleitung von Quecksilber ist oft ein schwieriges und langwieriges Unterfangen, kann aber bei MCS und Amalgamvergifteten deutliche Verbesserung bringen.

6. Reinigungsmittel (Weichspüler, Geschirrspülmittel, Shampoo, Seife, etc.)
Für Reinigunsmittel gilt das Gleiche wie für Parfüms, denn in den meisten Mitteln sind künstliche Duftstoffe enthalten. Hier wird mit der Täuschung der Konsumenten gearbeitet, denen durch die chemischen Duftstoffe gleichzeitig Frische und Sauberkeit vorgegaukelt wird. In Wirklichkeit leisten diese Produkte kaum mehr als Oma's gute, günstigere und vor allem ungiftigere Hausmittelchen. Dabei können die Ausdünstungen der Produkte häufig gesundheitliche Probleme hervorrufen, von denen man im Normalfall nichts ahnen würde. Schlafstörungen z.B. müssen nicht immer Streß oder psychische Probleme als Ursprung haben. Eine banale Lösung wäre der Wechsel zu duftstofffreien Weichspülern, immerhin werden die Ausdünstungen der Duftstoffe im Bettzeug permanent eingeatmet und gelangen so ins Nervensystem, wo sie einen geruhsamen Schlaf massiv stören. Das Gleiche gilt für Pflegemittel, die direkt auf die Haut aufgetragen werden. Finger weg von Produkten, die viel beworben werden - diese enthalten grundsätzlich viele nicht überschaubare gefährliche Inhaltsstoffe. Ökologische Alternativen gibt es genug und kosten und leisten das Gleiche wie die angepriesenen Produkte, zudem tut man sich und der Umwelt etwas Gutes. Auch ökologische Produkte können Duftstoffe enthalten, aber nur aus pflanzlichen Rohstoffen, die sogar bei MCS keine Probleme darstellen.

7. Verkehr
Straßenverkehr ist hauptverantwortlich für hohe Schadstoffkonzentrationen in unseren Städten. Dabei werden Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid, Stickstoffoxide u.v.m. in die Luft ausgestoßen. Durch die ausgestossenen Abgase bildet sich bei Sonneneinstrahlung auch noch Ozon. Nicht nur der Verkehr erlebt jedes Jahr steigende Zahlen, auch die dadurch entstehenden Gesundheitsprobleme wie Asthma und Allergien erhöhen sich stetig. Aber nicht nur ums Auto herum sind die Belastungen hoch, auch im Wageninnenraum ist die Schadstoffbelastung enorm. Für die Innenausstattung von Fahrzeugen werden gerne kostengünstige, aber schwer gesundheitsschädigende Materialien verwendet, die bei Sonneneinstrahlung noch mehr ausdünsten als normal - abgesehen davon, dass Abgase vom Vordermann noch zusätzlich ungehindert ins Fahrzeuginnere eindringen. Alternativen wie Radfahren oder Öffentliche stellen jetzt schon keine wirkliche gesunde Fortbewegungsart mehr dar, solange der Verkehr und die Luft immer dichter werden.

8. Kunststoffe
Bei Plastik gilt: je weicher, um so giftiger. Inhaltsstoffe wie Bisphenol A oder PVC Weichmacher Phthalate sind seit Jahren als krebserregende und hormonveränderte Substanzen bekannt. Nicht bekannt sind meist die zusätzlichen Inhaltsstoffe, die in unseren Kunststoffprodukten versteckt sind, und denen kaum Beachtung geschenkt wird. Produkte mit starker Chemikalienausdünstung können nicht gut für die Gesundheit sein. Denn diese Ausdünstung kann Jahre bis Jahrzehnte andauern; bis der Kunststoff anfängt zu verrotten, vergehen nochmals einige hundert Jahre. Vorsicht geboten ist vor allem bei Kunststoffen, die Oral aufgenommen werden, wie bei Babyprodukten, Flaschen und Schnullern, PET-Kunststoffflaschen, Lebensmittelverpackungen oder Zahnfüllungen. Nicht zu vergessen, dass nahezu jedes Textil Kunststoffe enthält. Auch Brillenmaterialien wie Kunststoffgläser gasen Chemikalien aus, die zu Augen- und Hautentzündungen führen können. Kaum ein Produkt kommt mehr ohne Kunststoff aus. Viele Dinge werden produziert, die die Welt eigentlich nicht braucht, außer dass sie stark verschmutzen und belasten. Bei weiterer rasanter Kunststoffproduktion wird der Mensch bald im Plastikmüll ersticken.

9. Lebensmittel
Die Belastung durch Schadstoffe in unserer Nahrung nimmt ebenfalls zu. Egal ob Konservierungsstoffe, Aromazusätze, Pestizide oder aktuell auch Dioxin - man sollte darauf achten, was man zu sich nimmt. Bei Betitelungen wie "naturnahe oder naturidentische Aromastoffe" sollte man schon hellhörig werden. Die Lebensmittelindustrie ist sehr erfinderisch, ganze Speisen und Getränke werden aus Kostengründen nur noch im Labor hergestellt. Bei jahrelanger Zuführung solcher "künstlichen Lebensmittel" sind gesundheitliche Probleme und sogar Veränderungen des Genmaterials zu befürchten. Währenddessen bei Lebensmittel noch Inhaltsstoffe angeführt sind, gilt dies nicht für die Verpackungen. Immer mehr rücken diese ins Visier, gesundheitsgefährdend zu sein. Egal ob Kunststoffverpackungen und Folien, oder bedruckte Schachteln aus Altpapier, überall stecken Chemikalien drinnen, die in die Nahrung gelangen. Produkte aus biologischem Anbau sind leider auch nicht immer vollkommen pestizidefrei und stecken ebenfall oft in schadstoffhaltigen Verpackungen. Solang die Lebensmittelindustrie diese Gefahren nicht ernst nimmt, werden diese Probleme auch kaum beseitigt werden.

10. Druckerzeugnisse (Zeitung, Kataloge, Broschüren etc.)
Papier ist trügerisch. Kaum jemand würde einen Gedanken an die Tatsache verschwenden, dass Papier voll von schädlichen Schadstoffen ist. Altpapierrecycling klingt zwar gut, ist aber voll von Rückständen aus Druckfarben, Klebstoffen und diversen Papierhilfsstoffen. Wie groß die Gefahrenstoffe in Papier sein können, sieht man vor allem am Verpackungsmaterial für Lebensmittel.
Viele Menschen mit MCS müssen auf bedruckten Lesestoff verzichten, die Ausdünstung von Papier und Druckfarbe können Symptome hervorrufen. Nicht umsonst wird die Papier- und Druckindustrie als hoch gesundheitsgefährdend eingestuft.

11. Kleidungsstücke
Kaum ein Stoff oder Textil ist heutzutage nicht unbehandelt. Nahezu überall verstecken sich Chemikalien, die über die Haut in unseren Körper gelangen. Unter anderem können Kleider Flammschutzmittel, Phthalate, diverse Pestiziden und teils Schwermetalle enthalten. Auch biologisch hergestellte Textilien können Schadstoffe enthalten, die durch die Färbung entstehen. Ein großes Risiko stellt das Schuhwerk dar. Bei Verarbeitung von Leder werden starke Chemikalien eingesetzt, Schuhsohlen aus elastischen Kunststoffen und Klebern für die Befestigung der Sohlen können vielschichtige Allergien und Erkrankungen hervorrufen.

12. Geräte/Drucker/Toner
Nahezu jedes elektronische Geräte dünstet Schadstoffe aus, Platinen enthalten z.B. Flammschutzmittel. Durch die hohe Abwärme während des Betriebes gasen diese in die Raumluft. Deutlich schlimmer ist die Luftverschmutzung durch Drucker und Toner. Die kleinen Partikeln in der Luft können Asthmaerkrankungen auslösen.

13. Medikamente/Impfstoffe
Tausende Menschen sterben an den Nebenwirkungen von Medikamenten. Auch die Zahl der Impfopfer nimmt stetig zu. Die Inhaltsstoffe sind oft sehr fraglich, es stellt sich zudem die Frage, ob alle aufgeführt sind. Und die Tests, bevor ein Medikament auf den Markt kommt, sind ethisch sowieso nicht vertretbar. Da muß man die Verantwortung schon bei sich selber suchen und wissen, was man seinem Körper alles zuführen mag.
Ein typisches Beispiel ist das Golfkriegsyndrom, bestehend aus einem Mix von Medikamenten, Pestiziden und diversen Impfstoffen. Da auch Soldaten ohne Beteiligung am Golfkrieg, aber dennoch mit allen Impfstoffen und Medikamenten versorgt wurden und an dem Syndrom litten, wurde die Gefahr durch den Chemikaliencocktail erst richtig bekannt.

All diese Schadstoffe setzen aber nicht nur dem Menschen zu. Auch Haustiere sind unseren Chemikalien hilflos ausgesetzt. Haupttodesursache bei Haustieren ist Krebs! Wie der Mensch leben unsere geliebten Vierbeiner in schadstoffreichen Wohnungen, sind den Duftstoff- und Nikotinkonsum des Besitzers ausgeliefert, bekommen die gleichen fragwürdigen Lebensmitteln vorgesetzt und als Beschäftigung ein Plastikspielzeug. Der "alltägliche Tierversuch" sollte uns eigentlich schon zu denken geben.

Aber wen interessiert das? Kaum ein Konsument hat und will sich die Zeit nehmen, jedes Produkt zu hinterfragen und dessen Inhaltsstoffe zu inspizieren. Für die Industrie ein leichtes Spiel, mit Werbeblendern und Etikettenschwindel die Menschen hinters Licht zu führen. Wie ein roter Faden zieht sich dies durch alle Branchen hindurch, mit dem Vorwand, dass der Konsument das so möchte. Die Kosten sind wie immer ein Grund, weshalb auf günstige und gesundheitsbedenkliche Materialien zurückgegriffen wird.
Da Industrie und Politik in Zukunft nichts an diesem Problem ändern werden, liegt es dann doch wohl am Konsumenten, bewußter einzukaufen. Viel zu oft werden aus Kostengründen, Bequemlichkeit, Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit gesundheitsgefährdende Produkte konsumiert, die eigentlich nicht notwendig wären. Man kann sein Umfeld sehr wohl schadstoffreduziert gestalten, ohne tief in die Tasche zu greifen. Meist reicht schon, sich etwas mehr Zeit zu nehmen, im Internet zu informieren und nicht nur die Augen, sondern auch die Nase offen zu halten.